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leiden besonders oft unter niedriglöhnen: die angestellten in der gastronomie/ anja mueller; pixelio.de

Niedrige Löhne gleich wenig Kaufkraft

Das in Hannover ansässige Pestel-Institut hat im Auftrag der Gewerkschaft Verdi ein Gutachten angefertigt. Darin wird die Auswirkung eines flächendeckenden Mindestlohnes von 8,50 Euro auf die Kaufkraft untersucht. Heraus kam Erstaunliches: Allein in Rostock, wo über 30.000 ArbeitnehmerInnen im Niedriglohnbereich arbeiten, würde ein mehr von 65,6 Millionen Euro an Kaufkraft entstehen.

Das in Hannover ansässige Pestel-Institut hat im Auftrag der Gewerkschaft Verdi ein Gutachten angefertigt. Darin wird die Auswirkung eines flächendeckenden Mindestlohnes von 8,50 Euro auf die Kaufkraft untersucht. Heraus kam Erstaunliches: Allein in Rostock, wo über 30.000 ArbeitnehmerInnen im Niedriglohnbereich arbeiten, würde ein mehr von 65,6 Millionen Euro an Kaufkraft entstehen.Nach Ansicht des Pestel-Instituts würde nämlich das Plus in der Lohntüte zu 100% in den Konsum gehen. Damit dürften sie völlig recht haben, denn wer zu wenig Geld hat, bei dem entsteht zu Hause schnell ein „Investitionsstau“. Da geht es den privaten Haushalten nicht anders als den kommunalen. In der Praxis heißt das dann, dass der tropfende Wasserhahn repariert werden kann, die Kinder endlich die Nachhilfestunden bekommen, die sie brauchen um in der Schule mitzukommen und für den nächsten Winter ein neuer Satz Winterreifen angeschafft werden kann. Die Studie offenbart aber auch noch etwas anderes. Da der überwiegende Teil der Niedriglohnbeschäftigten junge ArbeitnehmerInnen unter dreißig sind, würde der Mindestlohn noch einen anderen Effekt abmildern: den der Abwanderung. Wer von seinem Lohn leben kann, überlegt es sich zweimal, wegzuziehen und entscheidet sich eher für ein Kind, als Paare die in schlecht bezahlten, prekären Beschäftigungsverhältnissen stehen. Auch für den Fall des Arbeitsplatzverlustes ist der Mindestlohn wichtig. Wer wenig verdient hat, bekommt zwar Arbeitslosengeld I; liegt das jedoch unter dem regulären Hartz IV – Satz, so ist den Betroffenen wenig geholfen und sie müssen „aufstocken“.

Leider hat das Pestel-Institut nicht überprüft, wie sich ein Mindestlohn von 10 Euro auswirken würde. Denn der wäre unteranderem erforderlich, um ein Problem anzugehen, was mit 8,50 in der Stunde nicht gelöst werden kann: das der Altersarmut. Ein Arbeitnehmer muss schon heute 10 Euro pro Stunde verdienen, um bei einer 40 Stunden - Woche und einer Lebensarbeitszeit von 45 Jahren auf eine Rente zu kommen, die zum Leben reicht. Darum: Mindestlohn ja. Aber richtig! Für ein abgesichertes Leben im Alter brauchen wir den Mindestlohn von 10 Euro, 8,50 kann nur der Anfang sein.

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