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20 Jahre Lichtenhagen - Die Hansestadt begeht ein denkwürdiges Jubiläum

Nun ist es zwanzig Jahre her, dass von Fremdenhass geleitete Täter_innen das Sonnenblumenhaus angriffen und Brandsätze warfen. Das Pogrom richtete sich gegen schutzlose Asylbewerber_innen, die ohne Unterkunft und Versorgung von den Behörden im Stich gelassen worden waren...

Nun ist es zwanzig Jahre her, dass von Fremdenhass geleitete Täter_innen das Sonnenblumenhaus angriffen und Brandsätze warfen. Das Pogrom richtete sich gegen schutzlose Asylbewerber_innen, die ohne Unterkunft und Versorgung von den Behörden im Stich gelassen worden waren. Zahlreiche Betrachtungen dieser Augusttage 1992 haben die Fehler der Behörden sowie der Polizei aufgezeigt und angeprangert. Doch das Verstehen des Ausmaßes kaltblütiger Brutalität, das Fehlen von Menschlichkeit, ist ein bis heute andauernder Aufarbeitungsprozess. Steffen Bockhahn, Bundestagsabgeordneter aus Rostock (DIE LINKE.), freut sich über die zahlreichen Veranstaltungen der kommenden Tage und über die bunte Zivilgesellschaft, die sich für Demokratie und Toleranz stark macht. Dennoch sieht er Handlungsbedarf:

"Trotz einer stärker werdenden demokratischen Zivilgesellschaft sind rechtsextreme Gedanken noch weit verbreitet.
Das Recht auf Asyl wurde fast vollständig abgeschafft und damit ein fremdenfeindlicher Reflex bedient. Die Unterbringung in Massenunterkünften wurde eingeschränkt, leider aber noch nicht beendet. Noch nicht verändert hat sich der unwürdige Umgang mit Asylbewerbern gemäß des Asylbewerberleistungsgesetzes. Dieses wurde vom Bundesverfassungsgericht vor Kurzem sogar für grundgesetzwidrig erklärt.", so Bockhahn.

Vergangene Woche zeigten die Ergebnisse einer bundesweiten Studie, dass Rechtsextremismus oft von zuständigen Behörden kleingeredet und Rassismus als Tatmotiv bei rechtsextremen Straftaten ausgeblendet wird. In den Kommunen würde Rechtsextremismus verharmlost, Opfer stünden oft allein und in betroffenen Ämtern schweige man zu diesem Thema. In Mecklenburg- Vorpommern kennen wir dieses Problem. Hier sind Rechtsextremismus und Fremdenhass in der Mitte der Gesellschaft angekommen.

"Das Kartell des Verschweigens muss aufgelöst werden, denn Rechtsextremismus ist allgegenwärtig und ein eigenständiges Problem. Wir dürfen uns nicht an Rechtsextremismus gewöhnen. Dringend erforderlich ist mehr Anerkennung für antifaschistische Arbeit, die Abschaffung der "Extremisklausel" und mehr Unterstützung für Jugendarbeit in Sport- und Kulturvereinen. Letztlich ist auch mehr soziale Sicherheit ein gutes Mittel gegen die Anfälligkeit für rechtsextremes Gedankengut.", so Bockhahn abschließend.

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