Lohndumping zur Weihnachtszeit
Mehr als vier Millionen Menschen haben 2010 für weniger als sieben Euro pro Stunde arbeiten müssen. Hinzu kommt, dass die unteren Einkommen in den vergangen zehn Jahren gesunken sind, rechnet man den Preisanstieg bei Waren des täglichen Bedarfs dagegen.
Steffen Bockhahn, Bundestagsabgeordneter aus Rostock, meint: »Diese Zahlen rütteln auf. Vor allem, weil die Einkommen der Großverdiener weiter steigen und zwar deutlich schneller als irgendwelche Preise. Solche Fakten gehören selbstverständlich auch in den Armutsbericht der Bundesregierung. In der ersten Fassung waren sie noch enthalten. Doch nach Protesten der FDP geführten Ministerien verschwanden alle diese Aussagen. «
Beispielhaft führt er die Situation der Paketzusteller und Versandmitarbeiter an. Gerade in der Weihnachtszeit nimmt die Beschäftigung in diesen Bereichen massiv zu. »Über Leiharbeitsfirmen bestellen Amazon & Co täglich so viele Mitarbeiter wie sie gerade brauchen. Personal wird als reine Verfügungsmasse behandelt und das zu Löhnen weit unter Tarif.«, kritisiert Bockhahn. Paketzusteller bekommen nur die Lieferungen bezahlt, die sie auch wirklich zustellen. Löhne sinken dadurch oft auf weniger als drei Euro je Stunde. »Natürlich ist es bequem, im Internet die Geschenke zu kaufen. Diese Zustände machen aber deutlich, dass wir Mindestlöhne für alle und eine massive Begrenzung der Leiharbeit brauchen,« fordert Bockhahn.
Zudem setze der Versandhandel auch die örtlichen Einzelhändler unter Druck. Die Ortsansässigen hätten festes Personal und würden daher auch ihre Kosten nicht auf dem Rücken der Beschäftigten drücken. »Geschäfte bei denen der Arbeitgeber sich darauf verlässt, dass seine Mitarbeiter Geld vom Amt bekommen um zu überleben, lehne ich ab,« so der Abgeordnete.

