Engel in Orange
Die letzten Tage des Jahres sind in jeder Hinsicht außergewöhnlich, auch für die Stadtentsorgung. Viele Familienfeiern bedeuten viele Geschenkverpackungen und das wiederum bedeutet mehr Müll. Fast 1.400 Tonnen waren es in der letzten Woche 2011. Das ist ein Sechstel mehr als üblich und entspricht der Masse von mehr als 100 VW Golf.
Um diese Müllmengen zu bewältigen, leisten die Männer in der orangefarbenen Arbeitskleidung viele Überstunden. Während dieses Jahr zwischen Weihnachten und Silvester eigentlich nur drei Tage gearbeitet werden muss, sind die Kollegen an fünf Tagen unterwegs und das auch länger als sonst. Etwa 440 Überstunden pro Tag leisten sie allein in der letzten Woche des Jahres. Sollte es noch kräftig schneien, kämen durch den Winterdienst sicher einige hinzu. Wer das weiß, wartet sicher geduldiger hinter einem Müllauto.
Auf Initiative der LINKEN war die Stadtentsorgung 2012 wieder zu einem rein städtischen Unternehmen geworden. Von privaten Anteilseignern trennte man sich. Dadurch soll auch gewährleistet werden, dass die Arbeitsbedingungen und die Bezahlung stimmen. Die Stadt kann als alleinige Eigentümerin besser Einfluss nehmen. Steffen Bockhahn hat diesen Prozess von Beginn an begleitet: "Den Kollegen der Stadtentsorgung kann man nicht genug danken. Aber wir können wenigstens dafür sorgen, dass sie wieder ordentlich bezahlt werden."
