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Alte Steine konservieren
Dienstlich in Kambodscha

- Die "Würgefeigen" haben die alten Tempel fest im Griff.
Eine ganz andere Art der Entwicklungszusammenarbeit findet in der Region bei den alten Tempelanlagen im Angkor Park statt. Dort werden die ca. 800 Jahre alten Ruinen durch Expertenteams konserviert, also vor dem weiteren Verfall bewahrt. Was aber hat das mit Entwicklungszusammenarbeit zu tun?
Eines der großen Potenziale zur Entwicklung dieser Region Kambodschas ist der Tourismus. Schon jetzt kommen etwa 2,5 Millionen Touristen im Jahr in den Angkor Park. Für Hotels, Dienstleister und Handel ist das ein gewaltiges Potenzial. Der große Vorteil ist, dass es sich vorwiegend um ausländische Touristen handelt. Sie bringen Geld in die Region. Damit dieser Prozess stabil bleibt oder sogar noch befördert wird, müssen die Vorraussetzungen stimmen.
Wer nach Angkor kommt, will die Tempelanlagen, vor allem natürlich Angkor Wat sehen. Doch wenn der sehr schnell voran schreitende Verfall nicht gestoppt wird, sinkt natürlich die Attraktivität für Touristen. Durch verschiedene Versuche der Konservierung im 20. Jahrhundert wurde den Tempelanlagen teilweise stark beschädigt. Nun geht es darum, diese Schäden zu beheben und neuen Verfall möglichst zu verhindern. Dabei haben deutsche Experten neue Methoden und Materialien entwickelt, die nun hier zum Einsatz kommen. Das gute ist, dass die Arbeiten nicht von Deutschen ausgeführt werden. Vielmehr sind Einheimische für diese Arbeiten ausgebildet worden und sollen diese Aufgaben in absehbarer Zeit selbst übernehmen.
Es ist noch einiges zu tun im Park und die internationale Gemeinschaft ist mit vielen Partnern in der Region aktiv. Dabei zeigen sich auch die unterschiedlichen Philosophien. Während die Deutschen auf die Konservierung der Anlagen in ihrem Zustand heute setzen, bauen die Inder einen Tempel gerade komplett neu auf. Beides hat sicher seine Berechtigung und bietet dann auch den Touristen unterschiedliche Eindrücke, was aus meiner Sicht nur zu begrüßen ist.
Beeindruckend ist es, mit welcher Kraft die Natur sich der alten Tempel angenommen hat. Aus kleinen Bäumchen, die auf den Sandsteinen gewachsen sind, wurden in den vergangenen 300 Jahren gewaltige Bäume, die alles fest im Griff haben. Oftmals können die Bäume nicht abgeholzt werden, weil sonst die Statik der Tempelruine versagen und alles einstürzen würde.
Kurzum: Es ist gut zu wissen, dass mit deutschen Forschungsergebnissen und fundierter Ausbildung Leute in die Lage versetzt werden, ihre eigene Zukunft nachhaltig zu sichern. Ein weiterer guter Grund, dass die Bundesrepublik sich mit erheblichen Mitteln in der Entwicklungszusammenarbeit engagiert. Natürlich sind wir vom vereinbarten 0,7% Ziel noch Lichtjahre entfernt. Aber wenn es gute Projekte gibt, kann man sich darüber ja auch freuen.
Morgen werden wir uns mit einem Projekt zur Entschärfung von Landminen befassen. Bis heute leidet Kambodscha schwer unter den Folgen des jahrzehntelangen Krieges und gilt noch immer als eines der am stärksten mit Landminen verseuchten Länder der Welt.
