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Zur Zeit wird gefiltert nach: afghanistan

19. Juni 201216:00

Willkommen in der Buprä-Welt


Es gibt Situationen, in denen man sich wünscht, lieber nicht recht zu behalten. In diesem konkreten Fall handelt es sich um Joachim Gauck. Der wurde schon vor seiner Wahl von Rot-Grün zum Bundespräsidenten der Herzen gekürt und von ewig linken Querulanten wie mir schon immer als notorisch Gestriger angesehen, dessen Freiheitsbegriff so diffus ist wie meine Erinnerung an die Berliner Mauer.


Seit dem 16. Juni hat Joachim Gauck seiner Agenda des allgemeinen öffentlichen Kopfschüttelns noch etwas hinzugesetzt. Nun wissen wir alle, was unser Problem ist – wir blenden die Existenz der Bundeswehr aus unserem Alltag aus! Dieses Friedensmotors, der in den letzten zwanzig Jahren soviel für die Befriedung der Welt getan hat! Und warum? Weil wir alle Hedonisten sind die – Achtung jetzt kommts – nicht begreifen wollen, dass FREIHEIT nur durch VERANTWORTUNG entstehen könne und unsere Gesellschaft glücksüchtig statt dankbar ist.


Dankbar gegenüber einer Parlamentsarmee, die sich an einem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg beteiligt, der ein Land wie Afghanistan in eine Katastrophe gestürzt hat, statt selbige zu beseitigen. Doch ein „Ohne uns“ ist für den Bundespräsidenten blanker, gleichgültiger Reflex um sich der Verantwortung zu entziehen. Das die Mehrheit der Deutschen diese Verantwortung durchaus fühlen und den Einsatz der Bundeswehr solange befürworteten, wie in Afghanistan deutsche Soldaten wirklich Brunnen bohrten und Schulen bauten, sieht er nicht. Stattdessen beleidigt er die Bürger dieses Landes, weil sie eine fundierte Meinung zum Krieg und zur Kriegsbeteiligung Deutschlands haben.


Dabei scheint ihm der wichtigste Grund für die deutsche Beteiligung entgangen zu sein. Den hat Ex-Bundespräsident Horst Köhler mal bei einem Interview auf dem Heimflug von Afghanistan nach Deustchland preisgegeben – und musste dafür seinen Hut nehmen. Ob Gauck ihm damals zugehört hat? Zweifelhaft. Schließlich klingt  FREIHEIT in VERANTWORTUNG auch viel besser als VERTEIDIGUNG ÖKONOMISCHER INTERESSEN - und das ist nun mal Gaucks Thema. Dumm nur, dass man bei Köhler das Gefühl hatte, das er wußte, wovon er sprach…


Gebloggt hat heute Ronny

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17. Februar 201212:05

Noch ein Gedenktag?


Im Oktober 2001 beschloss der Bundestag mit den Stimmen der Abgeordneten der CDU, FDP, SPD und der Grünen die Beteiligung Deutschlands am Krieg in Afghanistan. Dagegen stimmte nur DIE LINKE. Seitdem sind 53 Bundeswehrsoldaten gefallen, über 160 wurden verwundet und teilweise verstümmelt, ca. 1800 leiden unter posttraumatischen Belastungsstörungen. Wie viele Afghanen dem Krieg bisher zum Opfer gefallen sind, weiß wohl niemand so genau.


Für Verteidigungsminster de Maiziere ist die Zeit nun reif für einen Veteranengedenktag, an dem vor allem die Bundeswehrsoldaten geehrt werden sollen, die im Auslandseinsatz waren. Am besten in Anlehnung an den Volkstrauertag. Warum ihm diese Idee ausgerechnet zum zehnjährigen Jubiläum der Bundeswehr bezüglich der Beteiligung an einem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg kommt, läßt er offen. Stattdessen verweist er auf die Verdienste der Soldaten und auf militärische Erinnerungskultur in anderen Ländern, vorzugsweise den USA.


Die Argumentation dabei ist reichlich krude: Kommt die Bundeswehr aus einem Auslandeinsatz zurück und hat Tote und Verletzte vorzuweisen, kann man über einen Gedenktag nachsinnen. Humanitäre Einsätze wie der in Kambodscha 1992 oder die Hilfe beim Elbehochwasser 2002 scheinen dafür nicht zu reichen.


Was also soll dass werden? Ein Tag, der in bester deutscher Tradition eine militaristische Erinnerungskultur erzeugen soll?


Es ist zu bezweifeln, ob die Mehrheit der Deutschen das begrüßen würde. Von den Angehörigen der verwundeten und verletzten Soldaten ganz zu schweigen. Den Familien der mit PTBS ( posttraumatische Belastungsstörung) Heimgekehrten wäre eine Anerkennung von PTBS durch die Bundeswehr, und eine daraus resultierende, vernünftige medizinische Versorgung sicherlich lieber, als ein pathetischer „Gedenktag“


Doch wenn es ums Praktische geht, kann der Dienstweg auch schon mal länger werden. 18 Monate braucht es im Schnitt, um PTBS zu erkennen und die Behandlung anzuordnen. Eine Zeit, in der viele Betroffene und ihre Familien mit der Krankheit und ihren Folgen allein gelassen werden.


Das ist beschämend und eines Staates unwürdig, der nach außen keine Gelegenheit versäumt, seine Soldaten und ihren Einsatz am Hindukusch hochleben zu lassen.


Es bleibt der Eindruck, das es hier vor allem um die Installierung eines Gedenktages geht, der das Militaristische wieder zum Alltäglichen und die Beteiligung an Kriegseinsätzen zum Normalzustand erhebt.


Da belassen wir es doch lieber beim Volkstrauertag. Der gedenkt nämlich aller Kriegsopfer – Zivilisten wie Soldaten.


Gebloggt hat heute mein Mitarbeiter Jörn (Kampfname Ronny) aus dem Wahlkreisbüro in Rostock.

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