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24. Mai 201215:42

Fröhlich sein und Singen? Aber nicht in Baku!


Diese Jahr findet der Eurovision Song Contest in Baku statt, in der Hauptstadt Aserbaidschans. Verfolgt man die Berichterstattung, geht es bisher weniger um Gesangskünste. Eher wird diskutiert, wie diktatorisch, antisemitisch und menschenfeindlich die Regierung agiert.


Demos und gewaltsame Festnahmen, Enteignungen für Parkplätze und schmucke Neubauten, eingeschränkte Pressefreiheit oder unterdrückte Oppositionelle – in Aserbaidschan wird der Songcontest zur politischen Lupe der aktuellen Zustände im Land.  


Am Donnerstag veröffentlichte Amnesty International den jährlichen Menschenrechtsbericht. Hier heißt es:  Mit einer "millionenschweren PR-Kampagne" versucht die aserbaidschanische Regierung, das Land als modern und demokratisch darzustellen. Die Realität sieht jedoch anders aus. Die Rechte auf freie Meinungsäußerung, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit seien auch im vergangenen Jahr systematisch eingeschränkt worden. Auch von Unterdrückung und Einschüchterung ist die Rede.


Nun, was halten wir davon?


Wer die Bilder sieht und die vielen Berichte liest, schüttelt mit dem Kopf. Wir sind uns einig, dass auch der Songcontest als großes Spektakel politisiert werden darf, bzw. muss. In Anlehnung an die demokratischen Proteste und Entwicklungen in Nordafrika haben wir eine Hoffnung: Das Licht der Öffentlichkeit ruht nun auf dem kleinen Land im Norden des Iran.  Zahlreiche Medien beschäftigen sich intensiv mit der politischen Lage,  der autoritär regierende Präsident Ilcham Alijew gerät unter einen neuen Druck und die Bevölkerung scheint mutiger ihrem Protest Ausdruck zu verleihen. Das könnte der erste Steinwurf Richtung Demokratisierung sein.


Oder nicht? Verschwinden Mut und Protest, sinkt das öffentliche Interesse, sobald die Zelte abgebaut und die Sieger gekürt sind?

Eva-Maria Kröger(steffen.bockhahn@wk.bundestag.de)PermalinkTrackback-Link
Tags: baku
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