Brauner Virus in MV

Ich möchte Euch heute die Artikelreihe über Neue Deutsche Neonazis auf zeit-online empfehlen:
www.zeit.de/serie/neue-deutsche-nazis
Angesichts der brutalen NSU-Morde und eines neu aufflammenden NPD-Verbotsverfahrens, scheinen die Neonazis bundesweit auf bessere Zeiten - auf Normalität - zu hoffen. So liest man es die Tage bei Zeit-online.
Normalität? In Mecklenburg-Vorpommern ist die NPD schon normal. In M-V wird nicht gewartet, schon gar nicht still und heimlich. Hier wird gehandelt. Im Landtag kämpft der NPD-Fraktionschef Udo Pastörs für seine Ziele. Allerdings will er (im Gegensatz zu seinem Bundesparteichef) nicht angepasst sein. Pastörs ist ein Rassist, Gegner der parlamentarischen Demokratie und wurde bereits wegen Volksverhetzung verurteilt. Er und seine Kollegen sind keine Bomberjacken-Träger mit ohne Haare. Sie tragen Anzug mit Scheitel, benutzen neue Medien und sprechen über mehr Kitaplätze und höhere Löhne. Doch im Vergleich zu anderen Parteimitgliedern argumentiert Pastörs radikal, immer entlang der schmalen Grenze zur Illegalität.
In der Fläche zeigt die NPD ein anderes Bild. Sie nutzt die Strukturschwächen unseres Bundeslandes: Abwanderung, Überalterung, Ausbeutung durch Niedriglohn und rasend schnell sterbende ländliche Räume. Dahinter steckt Strategie. Bei uns nennt man das „Siedlungspolitik“. Hier haben sie sich in der Mitte der Gesellschaft breit gemacht, hier haben sie den ländlichen Raum befallen, hier betreiben sie Bio-Bauernhöfe. M-V ist schlimm von einem braunen Virus befallen. Das ist nicht übertrieben, das ist real. Wir haben ein echtes Neonaziproblem.
Pastörs bewegt sich wie eine Karikatur, an der man sich zerreiben kann. Doch die Neonazis im Land kommen nicht nur mit ihren Botschaften in der Mitte der Gesellschaft an.
Die ‘Zeit‘ fasst es gut zusammen: „Damit das funktioniert, versuchen Neonazis seit Langem, völkische Hochburgen zu errichten. Pastörs selbst siedelte Anfang der neunziger Jahre in Lübtheen im Landkreis Ludwigslust und animierte Dutzende, er nennt sie volkstreue Familien, ebenfalls dorthin zu ziehen. Inzwischen gehören sie fest dazu, besuchen Stammtische, Elternabende und organisieren Familienfeste.“
Ich mache nachher Mittagspause und bestelle auf jeden Fall irgendwas ohne braune Soße.
Eure Frauke, die eigentlich Eva heißt und im Wahlkreisbüro arbeitet.
