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2. April 201215:38

Ablasshandel Rostocker Art


Am Samstag hat die Ostsee-Zeitung eine Liste mit den Spendern des Rostocker Oberbürgermeisters veröffentlicht. Zusammengefasst kann man das so sagen: Wer in dieser Stadt in den letzten Jahren etwas bekommen hat oder gerade größeres plant, der zahlt oder hat gezahlt. Für den Wahlkampf des Regenten kamen so etwa 130.000 Euro zusammen.

 

Nun ist man ja schnell gefährdet, in die üblichen Reflexe zu verfallen und von käuflicher Verwaltung und „die sind doch alle gleich“ zu verfallen. Das will ich nicht tun und daher male ich mal folgendes Bild:

 

Da gibt es einen potenziellen Investor, der sich vorstellen kann etwas Großes in Rostock aufzubauen. Der liest von diesen nicht widerlegten Fakten. Was soll der davon halten? Er muss doch zumindest annehmen, dass seine Ziele leichter umgesetzt werden, wenn er den gleichen Weg geht und erst mal eine „Maßnahme zur Aufgeschlossenheit“, also eine Überweisung an den Oberbürgermeister vornimmt. Eigentlich könnte man hier schon aufhören. Denn was sagt das allein, nur dieser Eindruck über die Planungssicherheit, die ich als Investor erwarten kann? Werde ich genauso behandelt wie alle anderen, die etwas vorhaben, sich aber vorher schon „bedankten“?

 

Ich will nicht unterstellen, dass Roland Methling jemanden dazu veranlasst gegen geltende Vorschriften zu verstoßen, damit seine Spender ihren Willen bekommen. Auffällig ist aber, dass seine Vorlagen immer erstaunlich nah an dem sind, was seine Spender wollen. Erstaunlich ist auch, dass er vorzugsweise dann in Widerspruch zur Bürgerschaft geht wenn die etwas anderes will als seine Gönner.

 

So etwas zerstört einen Wirtschaftsstandort weil es Vertrauen zerstört. Vertrauen in das Wichtigste für Investoren, weil sie ihr Geld im Regelfall nicht an korrupte Typen verpulvern oder in den Sand der Ahnungslosigkeit wegen verzögerter Verfahren setzen wollen. Methling muss bei sich selbst aufräumen und zwar dringend. Völlig zu Recht hat er die Verhältnisse in der Stadt kritisiert, nachdem er das Amt von einem SPD-Mann übernommen hatte. Denn die hatte ihr Geflecht aufgebaut und ohne nett zur SPD zu sein passierte wenig in Rostock. Das hat die Stadt gelähmt. Der heutige Oberbürgermeister riskiert das gleiche, wenn er nicht konsequent etwas gegen diesen Eindruck – und wenn sie wahr sind – gegen diese Tatsachen tut.

 

Zuletzt würde den Investor natürlich auch interessieren, was für ein Umfeld seine Beschäftigten vorfinden. Ohne Theater, ohne attraktive und bezahlbare Freizeitangebote, eine funktionierende soziale Infrastruktur wird es schließlich nicht leichter gute Leute zu finden. Aber das ist dann noch ein weiteres Thema...

 

Gebloggt hat heute der Chef selbst, also Steffen aus Rostock

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