Dienstlich in Kambodscha
Landwirtschaft zur Selbstversorgung

- Mit den Plastetüten werden die jungen Gurken vor Schädlingen geschützt.
Am Freitagnachmittag ging es los. Gerade die Sitzungswoche in Berlin beendet hieß es ab in den Flieger. Über Bangkok ging es nach Siem Reap. Mit ganz großem Bahnhof wurden wir vom stellvertretenden Gouverneur empfangen, sogar das Fernsehen war am Flughafen dabei, als wir nach 18 Stunde angekommen waren. Dann kurz ins Hotel und auf zu einem ersten Briefing. Wir erfuhren einiges über Kambodscha und ein Projekt, das wir am gleichen Tag noch besucht haben.
Etwa eineinhalb Stunden sind wir im Bus über mäßige Straßen in der kambodschanischen Provinz unterwegs, bevor wir das Dorf erreichen, das unser Ziel ist. Dort treffen wir auf einen Bauern, der vor allem Gemüse anbaut. Im Gegensatz zu den Nachbarn Vietnam und Thailand, kann sich die Bevölkerung in Kambodscha kaum selbst versorgen. Grund dafür ist in erster Linie die schlechte Verhasstheit der Landwirtschaft. Hier wurde einem Bauern mit Hilfe von deutschen Experten ein Weg aufgezeigt, wie er ohne chemischen Dünger oder Gen-Saat seine Ernte erheblich verbessern kann. Sein Beispiel ist beeindruckend und Vorbild. Immer mehr Bauern in der Region schauen bei ihm ab, was ausdrücklich gewollt ist. So soll der Anteil der einheimischen Produkte in der Region von sieben auf 25 % angehoben werden und es sieht so aus, als könnte das Ziel bis 2015 erreicht werden.
Bleibt die Frage, wie er die Produkte an den Mann und die Frau bringt. Auch das wurde im Projekt bedacht. So hat man eine Frau motiviert, sich als Händlerin selbstständig zu machen. Sie kauft die Ernte der Bauern der Region und vermarktet sie in der Stadt. Dabei wissen die Bauern, wie viel die Frau dort erlösen kann und es entsteht ein transparenter Markt. Die Händlerin sortiert die Waren zudem nach Handelsklassen und kann so ihren Kunden eine bestimmte Qualität garantieren. Bei uns sind das Normalitäten, doch hier ist das nicht der Fall. Seit dieses Projekt läuft ist der Marktzugang für die einheimischen Bauern aber deutlich besser geworden. So konnte der Anteil der einheimischen Produzenten schon auf 13 % erhöht werden und somit auch der Lebensstandard der Bauern, die bessere Erlöse erzielen gesteigert werden.
Was für ein sinnvolles Projekt der deutschen EZ! Sehr gut und bitte weiter machen. Morgen geht es zu den Tempelanlagen im Angkor Park...
